Deckinfo
Unsere Zuchtstuten und Hengste sind gengetestet:
Von der AmericanQHA wurden folgende Tests empfohlen:
GBED (Glycogen Branching Enzyme Deficiency)
HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia)
PSSM (Polysaccharid Storage Myopathy)
HYPP (Hyperkaliämische periodische Paralyse)

Wir können daher garantieren, das unsere Stuten/Hengste und unsere Nachzucht reinerbig für die intakten Gene sind.

Zucht mit kranken Pferden / Eine Frage der Ethik!

Gentests können heute schnell und zuverlässig klären, ob bei Pferden eine genetische Disposition für bestimmte Erbkrankheiten vorliegt.
 
Bei Zuchttieren sollte dies unabdingbar sein – schließlich unterliegen einige Erbkrankheiten einem rezessiven Erbgang, bei dem ein Genträger nicht unbedingt auch erkranken muss, sondern das Gen ‚versteckt‘ in sich trägt und dieses an seine Nachkommen weitergeben kann. Noch wichtiger sind die Tests bei dominant vererbten Krankheiten, denn hier reicht schon ein defektes Gen aus, um ein Pferd erkranken zu lassen.
 Viele Erbkrankheiten der Pferde sind mittlerweile bekannt und erforscht. Fünf der wichtigsten genetisch bedingten Krankheiten der verschiedensten Pferderassen wie American Quarter Horse, Paint Horse, Appaloosa, Warmblüter, Ponys, Haflinger, Morgan Horses, Kaltblüter, Arabische Vollblüter usw.  stellen wir hier in einer Übersicht zusammen.

 

Unter Pferdezucht versteht man die geplante und durchdachte Fortpflanzung von Pferden mit dem Ziel, Gesundheit, Leistungsvermögen, Leistungsbereitschaft und bestimmte Rassemerkmale zu erhalten oder zu verbessern. Qualzuchten sind dabei laut Tierschutzgesetzganz klar verboten. Auch Erbkrankheiten fallen in einem gewissen Sinne unter das Tierschutzgesetztes. Wenn zum Beispiel erwünschte Merkmale, die dem Tier Schmerzen bereiten oftmals an einen Gendefekt gekoppelt sind, nehmen manche Züchter Krankheiten billigend in Kauf – auch wenn das für das Pferd unter Umständen einen qualvollen Leidensweg bedeutet. Wir haben vier der häufigsten Erbkrankheiten zusammengestellt.

  HYPP

Die wohl bekannteste und seit langem erforschte, dominant vererbbare Krankheit HYPP (Hyperkalemic Periodic Paralysis Disease, Hyperkalemische Periodische Paralyse) ist ein Gen-Defekt, der durch Mutation entstand. Hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, sind Pferde mit starker Muskulatur betroffen. Meistens sind es Nachkommen des legendären Quarter Horse-Hengstes Impressive. Für Impressive-Nachkommen ist mittlerweile ein HYPP-Gentest vorgeschrieben; das Ergebnis wird in den Zuchtverbands-Papieren des Pferdes vermerkt. Doppelgenträger (H/H) werden bei der AmaericanQHA nicht mehr registriert. Der Erbgang bei HYPP ist dominant. Wird ein Einzelgenträger (N/H) mit einem Nichtträger (N/N) verpaart, ist der Nachkomme mit 25%iger Wahrscheinlichkeit HYPP-Genträger. Dies kann zu leichten bis zu sehr schweren, nicht heilbaren Krankheitsschüben führen. Pferde, die sowohl von der Mutter als auch dem Vater als zwei Einzelgenträgern das HYPP-Gen vererbt bekommen, sind Doppelgenträger (H/H) und sterben oft jung an der unheilbaren Krankheit. HYPP führt zu einer Störung des Stoffwechsels in den Muskelzellen, so dass unkontrolliert  Natriumionen passieren können. Das verändert die Spannung der Muskelzellen und verursacht ein unkontrolliertes Zusammenziehen oder Entspannen des Muskels. Im Blut sind normalerweise hohe Konzentrationen von Kalium-Ionen, wenn der Ionenkanal gestört ist. Erkrankte Pferde leiden unter plötzlichen Lähmungsattacken, Muskelzittern und Schwäche. Sie brechen zusammen und, im schlimmsten Fall, sterben an Herz- oder Atemstillstand. Pferde, bei denen nur ein Gen betroffen ist (H/N) sind meist weniger stark erkrankt als Pferde, bei denen beide Gene (H/H) betroffen sind. Bei idealer Haltung (Offenstall, regelmäßiges leichtes Training bzw. Bewegung) und angepasster Fütterung (Kaliumarme Diät, keine abrupte Futterumstellung) kann manchmal verhindert werden, dass die Krankheit ausbricht. Doch nicht alle Pferde, die das Gen haben, erkranken auch – vererben aber die Krankheit weiter!

  PSSM

Auch die Zuckerstoffwechsel-Krankheit PSSM (Polysaccaride Storage Myopathie, Polysaccharides Speicher-Muskelleiden) betrifft die Muskulatur und tritt in zwei Varianten auf. Variante PSSM Typ1 und Typ 2. Da der Erbgang bei PSSM (unvollständig) dominant ist, müssen unbedingt Hengst und Stute getestet werden – genauso wie bei HYYP. Das Durchschnittsalter der Pferde, bei denen die Krankheit das erste Mal ausbricht, liegt bei 4 ½ bis knapp 7 Jahren. Betroffen sind stark bemuskelte Rassen wie American Quarter Horse, Paint Horse, Appaloosa, Warmblüter, Ponys, Haflinger, Morgan Horses, Kaltblüter, Arabische Vollblüter. Bei PSSM wird eine weit über dem Durchschnitt liegende Menge von Mehrfachzuckern (Polysaccharide) in die Skelettmuskulatur betroffener Pferde eingelagert. Statt diese zu zerlegen, bilden sich in der Muskulatur Amylase resistente Einschlüsse, d.h. die Stärkemoleküle können nicht durch das entsprechende Enzym Amylase gespalten werden. Es entsteht also eine primäre Energieunterversorgung trotz augenscheinlich ausreichender Fütterung mit herkömmlichem Kraftfutter. Es kommt zu leichten bis schweren, wiederholten Krankheitsschüben. Meist wird aufgrund der Symptome zunächst ein Kreuzverschlag diagnostiziert. Unregelmäßiger, schwankender Gang, Muskelzittern, Schwitzen bereits bei geringer körperlicher Anstrengung, Trägheit, aber auch ein steifer Rücken und Festliegen sind krankheitstypisch. Unbedingt sofort einen Tierarzt rufen! Ohne Behandlung werden die Muskeln stark geschädigt, das Pigment Myoglobin (Muskelfarbstoff) gelangt ins Blut und der Urin färbt sich dunkelrot oder braun. Oft sind die betroffenen Pferde besonders ruhig und leichtfuttrig. PSSM Typ 1 und 2 sind nicht heilbar, immer wieder treten akute Krankheitsschübe auf. Die betroffenen Pferde benötigen daher lebenslang eine spezielle Ernährung mit vergleichsweise hohem Fettgehalt und weitestgehend ohne lösliche Stärke sowie Mono- und Disaccharide zur Minimierung der Insulinreaktion nach der Futteraufnahme. Es gibt bereits fertige Futtermischungen von verschiedenen Herstellern. Kein Stress und ein strenges tägliches Bewegungsprogramm ohne Anstrengungsspitzen sind unabdingbar.

 GBED

Der Erbfehler GBED (Glycogen branching enzyme defi ciency) tritt bei Quarter und Paint Horses auf und kann zu Trächtigkeitsverlust, Totgeburt oder Geburt lebensschwacher Fohlen mit anschließendem frühen Fohlentod führen. Betroffenen Fohlen fehlt das GBE, ein Enzym, das zur regulären Glykogen-Synthese und -Lagerung benötigt wird. Das schädigt Skelettmuskulatur, Herzmuskel und Gehirn. GBED ist eine autosomal (nicht Geschlechtzellen bezogene) rezessive Krankheit. Pferde können also Träger dieser Erbkrankheit sein, ohne daran zu erkranken. Verpaart man eine Trägerstute mit einem Trägerhengst, wird das Fohlen mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% Doppelgenträger sein, was zum Ausbruch der Krankheit führt. Alle bisher bekannt gewordenen Fälle wurden euthanasiert oder starben bis zu einem Alter von max. 18 Wochen. Mit 50%iger Wahrscheinlichkeit, wird das Fohlen zwar äußerlich gesund, aber ein Träger der Krankheit (N/H), so dass es diese auch weitervererben kann. Ebenfalls mit 25%iger Wahrscheinlichkeit wird das Fohlen ein gesunder Nichtträger (N/N) – in diesem Fall haben beide Eltern zufällig
ihr jeweils gesundes Gen vererbt.

 HERDA

HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia, Erblich regional Begrenzte Hautschwäche) ist ebenfalls ein autosomal (nicht Geschlechtzellen bezogener) rezessiver Erbgang, der nur bei Doppelgenträgern (HRD/HRD) ausbrechen kann; Einzelgenträger (N/HRD) sind gesund. Für die Hauterkrankung HERDA ist ein DNA-Test erhältlich, der durch Haarwurzelproben bestimmt, ob ein Pferd von Herda betroffen ist oder nicht. Doppelgenträger leiden an einer extrem empfindlichen, leicht verletzbaren Haut, meist entlang der Rückenlinie. Daher treten massive Krankheitsanzeichen meist erst dann auf, wenn die Pferde eingeritten werden. Erste Anzeichen bietet der Hautfaltentest: Bei HERDA-Pferden ist die Haut verschiebbar und wirft viele kleine Falten. Eine Heilung gibt es nicht, die betroffenen Pferde müssen meist getötet werden. Das Auftreten kranker Doppelgenträger lässt sich vollständig verhindern, wenn die gesunden Einzelgenträger für HERDA nicht miteinander verpaart werden, also sollten alle Zuchthengste und Zuchtstuten getestet werden!